Nach einigen, am Ende doch noch spannenden Tagen auf See ist der Ozeanruderer Ralph Tuijn heute Morgen im Hafen von Rabaul auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Neubritannien eingetroffen. Tuijn, der eigentlich von Peru nach Australien rudern wollte, landete nach einer langen Odyssee in der Salomonensee nördlich von Australien. Diese See zeichnet sich durch zahlreiche Riffe und kleine Atolle aus und ist somit mit einem Ozeanruderboot nur schwer zu passieren. Deshalb wurde letzte Woche entschieden, bei einer dortigen Reederei Hilfe anzufordern und Tuijn in einen sicheren Hafen zu schleppen. Das Rendezvous auf See hätte schon letzten Montag stattfinden sollen, aber wegen eines heftigen Gewitters und der einbrechenden Dunkelheit konnte das Schleppboot die Zeeman Challenger nicht orten. Für Tuijn blieb nicht übrig als weiterzurudern.
Mittwochnachmittag traf dann endlich die erlösende Nachricht ein: das Schleppboot nähert sich. Nachdem Ralph sicher auf das Schleppboot gewechselt und die Zeeman Challenger in Schlepp genommen war, wurde Kurs auf Rabaul genommen. Dort bereiteten Tuijn heute Morgen die massenhaft herbeigeströmten Einheimischen einen warmen Empfang.
Und damit endet die Zeeman Ocean Challenge. Tuijn war in den letzten beiden Jahren insgesamt 369 Tage auf dem Meer. In dieser Zeit ist er nacheinander über den Atlantik und den Pazifik gerudert. Insgesamt gut 20.000 Kilometer oder mehr als um den halben Erdball. Es gibt auch schon Pläne für eine Fortsetzung, aber bis dahin werden wohl noch einige Jahre vergehen. Jetzt ist erst einmal wieder seine Familie sein Ankerplatz.
Tuijn wird die nächste Woche dazu nutzen, sein Boot auf den Rücktransport in die Niederlande vorzubereiten, und den Erwartungen zufolge nach einem Zwischenstopp in Australien Ende Juli wieder niederländischen Boden betreten.
Tuijns Erlebnisse kann man auf der Internetseite www.zeemanoceanchallenge.com nachlesen. Dort kann man auch einen Beitrag zum guten Zweck leisten, für den sich Tuijn die ganze Zeit über angestrengt hat: ein Kinderheim in Indien.