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Tagesbericht vom 11. Juli        ««  zurück

„Gestern Abend hat sich der Wind gelegt. Es herrschte völlige Flaute. Und jetzt ist das nach 24 Stunden immer noch so: kein Windhauch, nicht das leiseste Gekräusel auf dem Wasser, eine spiegelglatte See. Dazu knallt noch die Sonne von oben, dann die Windstille, kein Schatten, kein nichts, eine richtige Bullenhitze und im Nu zieht man sich wieder seine zehn Liter Flüssigkeit am Tag herein.”

 

„Leider geht es nicht so recht voran. Was die Strömung bewirkt, merkt man erst, wenn es windstill ist. Und diese Strömung schlug dann nach Südwesten aus, also dorthin zurück, wo ich gar nicht hinsoll. Nicht ganz so doll, ungefähr einen halben Knoten, sodass man eine halbe Meile in der Stunde zurückfährt. Das hört sich nicht nach viel an, aber man merkt es schon, wenn man in einem völlig regungslosen Gewässer rudert, in dem man normalerweise seine anderthalb Knoten schafft. Der halbe Knoten von der Gegenströmung geht davon ab, und dann kommt man auf eine Geschwindigkeit von einer Meile in der Stunde. Rudert man nicht, bewegt man sich gleich wieder eine halbe Meile zurück. So fällt das Tagespensum ziemlich mager aus."





„Ich telefoniere jetzt jeden Tag mit Peter Sharp, der mir beim letzten Stück Weges behilflich sein und mich schleppen wird. Ein unglaublich begeisterungsfähiger und freundlicher Mensch. Ich finde es wirklich großartig, was er für jemanden tut, der so einfach nach Papua-Neuguinea rudert. Jeden Tag spreche ich mit ihm über die Position, in der ich mich jetzt befinde, und den Fortgang. Ich habe Peter erzählt, dass ich einen halben Knoten Gegenströmung hätte, und darauf reagierte er mit  einem ‚Ach, deshalb!”. Ich fragte ‚Wieso deshalb?” und da erzählte er mir, dass er gestern ein Boot ausgeschickt habe, das ein anderes Schiff von etwa 30 Metern Länge, das ins Treiben gekommen sei, suchen solle. Sie hätten es nicht finden können, da sie davon ausgegangen seien, dass die Strömung einen halben Knoten Richtung Nordwesten statt Richtung Südwesten verlaufe. Dieses Boot muss ja irgendwo an mir vorbeigetrieben sein, aber ich habe nichts gesehen.”

„Alles in allem ein herrlicher Tag – was macht es schon aus, ob ich einen oder zwei Tage später ankomme,  wenn man so einen herrlichen Rudertag erleben darf, und mir ist ehrlich gesagt auch nicht danach, als müsse ich unbedingt sofort vom Ozean herunter’. Die Schlepptour am Ende ist bestens geregelt, ich bin beruhigt und jetzt heißt es, noch einen zusätzlichen Tag genießen."




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LAT:5:58:12 s
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progress19